Zell-Bad Bertrich-Blankenrath und Würrich

Würrich

Presbyterium

Die aktuellen Mitglieder des Presbyterium entnehmen Sie bitte dem Gemeindebrief.

Zur Kirche

Evangelische Kirche Würrich

Würrich gehörte im Mittelalter zur Großpfarrei Kirchberg, einer der ältesten christlichen Pfarreien auf den Hunsrückhöhen. Graf Emich von Sponheim, Pastor zu Kirchberg, stiftete 1317 die Kapelle Würrich, die zusammen mit jener in Altlay einen gemeinsamen Kaplan hatte.

1583 wurde Würrich reformiert und damit selbstständige Pfarrei, zu der weiterhin Altlay gehörte. Mit Einführung des Simultaneums 1689 bekam Altlay einen eigenen Prediger. Durch die Zahlung von 1200 Mark von der evangelischen an die katholische Gemeinde, und damit einhergehenden Überlassung der Kirche, endete 1882 das Simultaneum.

Der Turm mit einem Rundbogen-Kreuzgewölbe der 1317 erstmals erwähnten Kirche entstand in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Der Turm, der ursprünglich als Chorturm diente, verjüngt sich in etwa halber Höhe, es folgt verschiefertes Fachwerk  mit einem aufgesetzten achtseitigen Schweifhelm eigener Machart. Diese barocke Haube geht wohl auf das späte 18. Jahrhundert zurück.

Die alte Fachwerkkirche mit einem 1,50 m hohen Bruchsteinsockel drohte 1666 einzustürzen und der Chor zeigte Risse. Die Bausubstanz zeigte nach 1850 solche Mängel, dass eine Reparatur nicht mehr lohnte.

1887/1888 baute die Gemeinde unter Einbeziehung des alten Chorturmes eine neue Kirche nach Plänen von Landbaumeister Kiss, die 1888 wenige Tage vor Weihnachten eingeweiht wurde.

Bei der umfangreichen Renovierung von 1933 veränderten die Bauherren das Gebäude maßgeblich.

Das Innere des Gotteshauses kann als Kleinod Hunsrücker Kirchenkunst gelten, da es klar gegliedert ist und die Holzausstattung nach Art des Hunsrücker Bauernbarocks in den Farben grau, blau und beige gestaltet ist. Das mittlere Fenster im Chorraum zeigt den segnenden Christus und wurde von Pfarrer Arnoldi gestiftet.

Julius und Gustav Stumm aus der Kirner Seitenlinie der Orgelbauerdynastie lieferten 1888 das einmanualige Instrument mit 11 Registern.

Die „Mathiasglocke”, die 1481 aus Bronze gegossen wurde, ist mit 75cm Durchmesser kleiner als die „Marienglocke” von 1484 mit 95cm. Beide stammen aus der Werkstatt des bedeutenden Gießermeisters Clais von Echternach.

Im Innenraum der Kirche findet man auch eine angebrachte Leuchttafel mit den Namen der Gefallenen der beiden großen Weltkriege.

(Quelle: Die Gotteshäuser im Ev. Kirchenkreis Simmern-Trarbach von Dieter Diether, 1998)