Zell-Bad Bertrich-Blankenrath und Würrich

Hahn

Presbyterium

Die aktuellen Mitglieder des Presbyterium entnehmen Sie bitte dem Gemeindebrief.

Zur Kirche

 

Simultankirche Hahn

Zwei von 60 Gotteshäusern im Kirchenkreis werden simultan genutzt, eines davon steht in Hahn, das zur Kirchengemeinde Würrich gehört. Ursprünglich zählte die dem Heiligen Abt Antonius geweihte Kapelle zur Pfarrei Sohren. Unter pfälzischer Herrschaft wurde die Reformation eingeführt, dann 1689 das bis heute fortbestehende Simultaneum. Auch nach dem Glaubenswechsel blieb die evangelische Gemeinde Hahn immer Filiale – zunächst von Sohren, ab 1819 von Raversbeuren und seit 1864 von Würrich.

Kirchliche Gebäude könnten sich auf dem heutigen Friedhof schon vor fast tausend Jahren befunden haben, Überlieferungen erzählen von einem Kloster. Die heutige Kirche weist Elemente verschiedener Zeiten auf. Turm und Schiff der Antoniuskapelle sind wahrscheinlich vor 1400 entstanden und zählen damit wohl zu den frühesten Sakralbauten im Hunsrück, was Untersuchungen von Holzresten durch den Hahner Heimatforscher Dieter Ochs-Wedertz ergaben.

Der bruchsteinerne Turm mit quadratischer Grundfläche verfügt im Untergeschoss lediglich über Öffnungen, die an Schießscharten erinnern. Die Bauweise, die abgeschiedene Lage der Kirche und die wehrhafte Ummauerung legen die Vermutung nahe, dass hier Menschen in unsicheren Zeiten Schutz und Zuflucht suchten und fanden.

Etwa um 1500 erfuhr das Haus umfassende Änderungen, ein wahrscheinlich nördliches Seitenschiff wurde dabei entfernt, weswegen Turm, Langhaus und Chor keine Symmetrie mehr bilden.

1717 standen umfassende Wiederherstellungsarbeiten an und 1729 erhielt die Gemeinde Geld vom badischen Hofrat, um Reparaturen am Dach vorzunehmen.

Der Kircheneingang liegt in der Südwand, unmittelbar vor der von zwei Holzsäulen getragenen Querempore. Auf ihr steht eine elektronische Orgel.

Der Hauptaltar im Chorraum trägt die Jahreszahl 1748. Ebenso stammen auch die Kanzel und die Außenüberdachung des Kirchenportals aus dem 18. Jahrhundert. Im Chorraum befindet sich außerdem ein Sakramentsschrank aus Sandstein.

Die älteste Bronzeglocke im Turm wurde 1486 gegossen. Für die zweite mit einer Umguss-Prägung von 1895 fehlen Angaben über das Herstellungsjahr. Zwei Glocken von 1489 und 1895 wurden im Krieg eingezogen.

(Quelle: Die Gotteshäuser im Ev. Kirchenkreis Simmern-Trarbach von Dieter Diether, 1998)