Zell-Bad Bertrich-Blankenrath und Würrich

Zell

Presbyterium

Die aktuellen Mitglieder des Presbyterium entnehmen Sie bitte dem Gemeindebrief.

Küsterin

Margit Reppmann

Tel: 06542-4539

Zur Kirche

Evangelische Paulus-Kirche in Zell

Diese Kirche gehört zu den jüngsten des Kirchenkreises Simmern-Trarbach. Erst im späten 16. Jahrhundert waren in Zell und Umgebung vereinzelt Evangelische anzutreffen. Es währte noch weitere zweihundert Jahre, ehe in der Preußenzeit nichtkatholische Beamte zuzogen, wobei es an vorderster Stelle meist die Landräte waren. Durch den gewerblichen Aufschwung Zells gelangten weitere evangelische Christen in die Moselstadt. Die preußische Obrigkeit interessierte sich jedoch zunächst kaum für die evangelische Minderheit. Erst 1836 wurde der Enkircher Pfarrer mit der Betreuung der Zeller Protestanten beauftragt. Um 1850 wohnten etwa vierzig Evangelische in Zell. 1865, die Zahl war weiter angewachsen, stellte die Stadt ein Rathauszimmer zur Verfügung, in welchem Superintendent Franz vom Kirchenkreis Trarbach an Pfingsten einen ersten evangelischen Gottesdienst hielt. Ein Harmonium im Saal des Stadthauses war einziger stolzer Besitz der evangelischen Christen.

1870 kam der erste Vikar nach Zell, und am 1. April 1891 entstand die jüngste Kirchengemeinde im heutigen Kirchenkreis Simmern-Trarbach.

Schon Jahre zuvor gab es Bestrebungen, eine evangelische Kirche in Zell zu bauen. Schließlich fand sich in der Schlossstraße ein geeignetes Grundstück. Zahlreiche Bittbriefe und Zuschussanträge an zivile und kirchliche Stellen blieben nicht erfolglos, und außerdem unterstützte das Gustav-Adolf-Werk die Zeller. Dennoch blieb an den mittlerweile 178 Seelen ein Großteil der Finanzierungskosten für das neue Gotteshaus hängen. Das kleine Gebäude im neugotischen Stil entstand 1885 und 1886. Dem Festgottesdienst zur Einweihung wohnten unter anderem Generalsuperintendent Dr. Baur und der Präses der Provinzialsynode Dr. Evertsbusch bei. Die Kollekte war für die Glocken vorgesehen.

Leider war der Baugrund für die Kirche zu locker, die Fundamente fanden keinen Halt, und im Laufe der Jahre rutschte der Kirchturm vom Schiff weg – ein mehrere Zentimeter breiter Spalt entstand und ließ Einsturzbefürchtungen aufkommen. Die gerade einmal siebzig Jahre alte Kirche wurde 1954 abgebrochen, und an ihrer Stelle entstand eine neue, die vom Trierer Baurat Vogel im Stil einer frühchristlichen Querkirche konzipiert war. Der Rundturm aus Bruchsteinen ist vom übrigen Baukörper abgesetzt.

Die neue Kirche wurde am 3. Advent 1958 in Dienst genommen. – Die vier Glocken, klanglich mit dem Geläute der katholischen Peterskirche abgestimmt, tragen die Namen „Christusglocke”, „Friedensglocke”, „Vertriebenenglocke” und „Gebetsglocke”.

Im Jahre 2015? wurde die Kirche durch Anbauten nach Plänen des Architekten Jürgen Schuh so verändert, dass in ihr ein Gemeindebüro, eine neue Küche, ein multifunktionaler Gemeinderaum zu finden sind. Besonders die farbenfrohen Bilder zu den Gleichnissen Jesu und zum Vaterunser, gestaltet von Jugendlichen, laden die Besucher zum Nachdenken ein.

Ein Jahr später erhielt die Kirche durch eine Gemeindeumfrage den Namen „Evangelische Paulus-Kirche“, der besonders die ökumenische Verbundenheit und Zusammenarbeit mit der römisch-katholischen Kirche „St. Peter“ zum Ausdruck bringen möchte.

(Quelle: Die Gotteshäuser im Ev. Kirchenkreis Simmern-Trarbach von Dieter Diether, 1998)